Im Gespräch mit Gitarrist Frank Kuruc

Fans von Udo und dem Orchester Pepe Lienhard können sich freuen: Die Tournee „Da Capo Udo Jürgens“ wird im Januar/Februar 2026 mit 15 Konzerten in Deutschland und Österreich fortgesetzt. Auf dem Tourplan stehen unter anderem Berlin, Hannover, Rostock, Dortmund, Stuttgart und Wien. Das Erfolgsgeheimnis von „Da Capo Udo Jürgens“? Zwischen Udo auf der riesigen Videoleinwand und dem fantastisch aufspielenden Orchester Pepe Lienhard, das live auf der Bühne vor der Videoleinwand spielt, verschwimmen Vergangenheit und Gegenwart, Traum und Wirklichkeit.

In unserer neuen Interview-Serie stellen wir Euch die „Da Capo“-Mitglieder des Orchesters Pepe Lienhard vor. Gitarrist Frank Kuruc ist bei Udo „der Neue“, im Orchester Pepe Lienhard aber gehört Frank seit vielen Jahren zum festen Ensemble. Wir sprachen mit Frank über die besondere Zusammenarbeit mit Pepe, seinen Blick auf Udo und die Philosophie seiner Hochschulprofessur.

Liest man Credits in Booklets, stößt man immer wieder auf Deinen Namen, Dein Gitarrenspiel ist auf mehr als 100 Alben zu hören. Wie schafft man das, zu einem der gefragtesten Gitarristen Deutschlands zu werden?

Ich habe mich von klein auf für Musik interessiert, viele unterschiedliche Musik gehört und für Musik gebrannt. Es hat sich nach meinem Studium so entwickelt dass man mich für verschiedene Projekte engagiert hat und ich eigene Projekte gestartet habe.

Du spielst seit vielen Jahren im Orchester Pepe Lienhard, was magst Du besonders an der Zusammenarbeit mit Pepe Lienhard und Deinen Orchesterkollegen?

Ich schätze alle meine Kollegen sehr, wir haben ein sehr gutes, harmonisches Verhältnis untereinander. Auch wenn wir neben der Bühne Blödsinn machen , so ist auf der Bühne jeder total professionell und gibt sein bestes. Auch deswegen ist die Atmosphäre auf der Bühne so entspannt obwohl jeder sehr konzentriert ist und Pepe ist ein absoluter Profi als Bandleader. Verständnisvoll und von allen hochgeschätzt.

Du hast aber nie mit Udo Jürgens gearbeitet. Wie hast Du ihn – mit dem Blick von außen – als Komponist, Musiker, Entertainer wahrgenommen?

Ich habe Udo nie persönlich kennengelernt. Von außen war er für mich immer eine Ausnahmeerscheinung in der deutschen Musikszene. Ich empfand ihn nie als Schlagersänger, für mich war er eher ein deutscher Chansonier und deshalb in einer anderen Klasse. Seine Lieder waren oder sind melodisch und harmonisch viel interessanter als manch andere Beiträge in vielen Fernsehshows in denen er präsentiert wurde. Er brannte für seine Musik und war deshalb authentisch.

Es gibt das Ich und das Wir, sowohl im Leben als auch in der Musik.

Frank Kuruc

Wie erlebst Du, als „Neuer“, die „Da Capo Udo Jürgens“ Tournee?

Zunächst war ich etwas skeptisch ob das so klappt mit dem Konzept, aber nach der ersten Show war ich überzeugt  dass es aufgeht. Die Reaktionen des Publikums und die Kritiken von Bekannten waren durchweg begeistert. Die Tour ist auch wirklich sehr gut organisiert, ein super Team, lauter kompetente Leute. Alles wunderbar.

 

Du bist Professor für Gitarre und Ensemble-Leitung. Was gibst Du Deinen Studentinnen und Studenten mit auf ihren Weg nach dem Hochschulabschluss? Etwas, das über das rein Musikalische hinaus geht?

Natürlich tue ich mein Möglichstes ein gutes Handwerk weiterzugeben, gute Technik, harmonisches Verständnis und einen guten Fokus auf die wichtigen Sachen beim Zusammenspiel.

Darüber hinaus versuche ich die Sinne zu öffnen dafür, möglichst offen zu sein, keine musikalischen und menschlichen Scheuklappen zu haben. Es gibt das Ich und das Wir, sowohl im Leben als auch in der Musik.

 

Fotos der Interview-Reihe: Herbert Scheiwiler, Regula Marti, Marc Vorwerk

Weitere Beiträge