Im Gespräch mit Cellistin Susanne Schmid-Rojan

Fans von Udo und dem Orchester Pepe Lienhard können sich freuen: Die Tournee „Da Capo Udo Jürgens“ wird im Januar/Februar 2026 mit 11 Konzerten in Deutschland und Österreich fortgesetzt. Auf dem Tourplan stehen unter anderem Zwickau, Düsseldorf, Hannover, Dortmund, Stuttgart und Wien. Das Erfolgsgeheimnis von „Da Capo Udo Jürgens“? Zwischen Udo auf der riesigen Videoleinwand und dem fantastisch aufspielenden Orchester Pepe Lienhard, das live auf der Bühne vor der Videoleinwand spielt, verschwimmen Vergangenheit und Gegenwart, Traum und Wirklichkeit.

In unserer Interview-Serie stellen wir Euch die „Da Capo“-Mitglieder des Orchesters Pepe Lienhard vor: Cellistin Susanne Schmid-Rojan begleitete Udo Jürgens 20 Jahre, seit der Tournee „Größenwahn“ im Jahr 1994. Mit Susanne sprachen wir über ihre allererste Tournee mit Udo und Pepe Lienhard, das Gefühl, bei „Da Capo“ mit Udo auf der riesengroßen Videoleinwand zu spielen und über die große Liebe ihres Lebens.

Susanne, Du bist Cellistin, hast Deinen ersten Unterricht im Alter von vier Jahren bekommen, Deine ersten großen Erfolge konntest Du mit 14 bei „Jugend musiziert“ feiern. Wusstest Du von Anfang an, dass das Violoncello Dein Instrument ist?

Doch, definitiv. Ich hatte zuhause genügend Instrumente zur Auswahl, die haben mich aber nicht gepackt. Das Cello sollte es sein. Nein, einen wirklichen Plan B hatte ich nicht.

Du spielst in diversen Orchestern und Ensembles, warst weltweit auf Konzertreisen, hast in der Schweiz im Orchester des Zirkus „Salto Natale“ von Rolf Knie gespielt …

Mit dem 21st Century Orchestra mache ich hauptsächlich Filmmusik, das liebe ich sehr.  Mit dem Orchester durfte ich unter anderem schon in Paris, der Royal Albert Hall London, in der Radio City Hall in New York, im Lincoln Center in New York, in Dubai und im vergangenen Jahr gerade erst in Abu Dhabi spielen. Solche Erfahrungen prägen einen sehr und ich möchte keine der Reisen missen. Neben den vielen Konzertreisen ist mir aber auch meine Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sehr wichtig, ich unterrichte an zwei Musikschulen in der Schweiz. Das ist eine sehr erfüllende Tätigkeit.

Bei Pepe habe ich 1994 buchstäblich «laufen gelernt».

Susanne Schmid-Rojan

1994 bist Du zur „Größenwahn“-Tournee von Udo Jürgens mit dem Orchester Pepe Lienhard gekommen, mit 22! Wie war diese erste gemeinsame Tour und die Zusammenarbeit mit Udo und Pepe für Dich? 

Bei Pepe habe ich 1994 buchstäblich «laufen gelernt». Ich hatte vorher mein Studium in Düsseldorf begonnen und bin bis dahin nur „klassisch“ unterwegs gewesen. Ich hatte von dieser Art von Musik bisher null cellistische Erfahrung. Mit solch grossen Künstlern wie Udo Jürgens zusammenzuarbeiten war sowas von unvorstellbar – ich bin mir mit meinen 22 Jahren und meiner Unerfahrenheit total winzig vorgekommen. Aber ich durfte von Pepe und Udo jede Menge lernen, was ich sehr schätze. Ich bin mir sicher, dass mich diese Zeit auch für die Zukunft sehr geprägt hat.

Inzwischen ist es manchmal so, als wäre er noch da.

Susanne Schmid-Rojan

Die „Größenwahn“-Tournee war aber nicht nur musikalisch ein Volltreffer für Dich. Du hast auf der Tour die große Liebe Deines Lebens gefunden.

Ja, ganz nebenbei habe ich meinen Mann auf der 94er Tour kennengelernt und ich habe nach der Tour meine Zelte in Deutschland abgebrochen und lebe seither in der Schweiz.

Die letzte gemeinsame Tour mit Udo hattest Du 2014: „Mitten im Leben“. Wenn Du Dich an Dein letztes Konzert mit Udo in Wien zurückerinnerst, welche spezielle Erinnerung an diesen Konzertabend geht Dir durch den Kopf?

Die herzliche Verabschiedung als wir früher von der Tour weg mussten.

Du hast 20 Jahre für Udo gespielt. Wie fühlt es sich jetzt für Dich an, bei „Da Capo Udo Jürgens“ mit Udo auf der riesengroßen LED-Wand zu spielen, direkt in Deinem Rücken? 

Anfangs habe ich es fast nicht fertig gebracht mich umzudrehen! Ich hatte einen dicken Kloss im Hals und ziemlich viel Pipi in den Augen. Mit der Zeit habe ich mich daran gewöhnt und inzwischen ist es manchmal so, als wäre er noch da.

Weitere Beiträge