Im Gespräch mit Bratschistin Maria Titova

Fans von Udo und dem Orchester Pepe Lienhard können sich freuen: Die Tournee „Da Capo Udo Jürgens“ wird im Januar/Februar 2026 mit 11 Konzerten in Deutschland und Österreich fortgesetzt. Auf dem Tourplan stehen unter anderem Hannover, Dortmund, Stuttgart und Wien. Das Erfolgsgeheimnis von „Da Capo Udo Jürgens“? Zwischen Udo auf der riesigen Videoleinwand und dem fantastisch aufspielenden Orchester Pepe Lienhard, das live auf der Bühne vor der Videoleinwand spielt, verschwimmen Vergangenheit und Gegenwart, Traum und Wirklichkeit.

In unserer Interview-Serie stellen wir Euch die „Da Capo“-Mitglieder des Orchesters Pepe Lienhard vor. Bratschistin Maria Titova begleitete Udo Jürgens auf seiner letzten Tournee. Wir sprachen mit Maria über kostbare Erinnerungen, Udos außergewöhnliches Charisma und den poetischen Klang der Bratsche.

Was war Dein allererster Gedanke, als Pepe Lienhard Dich fragte, ob Du mit auf die „Da Capo Udo Jürgens“ Tournee kommst?

Ich war total begeistert und habe mich riesig gefreut, nach so vielen Jahren meine Freunde und Bandkollegen wiederzusehen. Plötzlich kamen mir mit Wehmut all die schönen und lustigen Erlebnisse in den Sinn, die wir zusammen erlebt hatten.

Die Fans kommen bei den „Da Capo“-Konzerten zu Euch nach vorne an die Bühne, singen, tanzen, feiern Euch … und Udo auf der riesengroßen Videoleinwand. Wie erlebst Du die Publikumsreaktionen?

Als Musiker ist es eines unserer Ziele, die Menschen zu berühren, ihnen eine großartige Zeit zu bereiten und die Musik in ihrer schönsten Form zu erleben. Es ist ein so schönes Gefühl zu sehen, wie die Leute das Konzert genießen, sich erholen und in kostbare Erinnerungen zurückreisen. Es gibt keine größere Belohnung, als ein Publikum von Herzen glücklich zu sehen.

Es ist ein so schönes Gefühl zu sehen, wie die Leute das Konzert genießen.

Maria Titova

Du hast Udos letzte Tournee „Mitten im Leben“ begleitet. Was ist Deine schönste Erinnerung an Udo und an die Konzerte? 

Ich werde mich immer an sein außergewöhnliches Charisma und die Wirkung erinnern, die er auf das Publikum ausübte, sobald er die Bühne betrat. Diese Energie war einzigartig und förmlich greifbar. Damals war es für mich als klassischen Musiker etwas ganz Besonderes, mit einem Star auf Tournee zu sein; plötzlich stand ich fast täglich vor einem ausverkauften Stadion mit einem begeisterten Publikum. Das werde ich nie vergessen.

Du spielst in renommierten Orchestern wie dem Zürcher Sinfonieorchester oder dem Basel Festival Orchester. Was ist das Besondere an Deiner Zusammenarbeit mit dem Orchester Pepe Lienhard?

Pepe hat ein außergewöhnliches Talent, eine Gruppe voller Synergien zu formen, und seine herzliche Art prägt das Orchester auf ganz besondere Weise. Es ist wirklich etwas Besonderes, zu sehen, wie diese großartigen Musiker ihre Individualität entfalten und gleichzeitig als Band zu einer Einheit verschmelzen. Die Art und Weise, wie Pepe mich und die anderen Mitglieder des Quartetts aufgenommen hat, dafür werde ich ihm immer dankbar sein. Er ist musikalisch genauso außergewöhnlich wie menschlich.

Pepe hat ein außergewöhnliches Talent, eine Gruppe voller Synergien zu formen, und seine herzliche Art prägt das Orchester auf ganz besondere Weise.

Maria Titova

Die Bratsche wird ja oft als vernachlässigtes Soloinstrument bezeichnet, die Geige und das Cello gelten als „die Stars“ der Streichinstrumente. Was setzt Du dem entgegen? 

Das mag vor vielen Jahren, in der hierarchisch geprägten Musikwelt, durchaus zutreffend gewesen sein. Heutzutage gibt es jedoch eine so talentierte Generation großartiger Musiker und ein ebenso umfangreiches Repertoire für die Bratsche, dass sie eindeutig ein sehr geschätztes Instrument ist. Ihr warmer und poetischer Klang ist etwas, das sich viele Geiger wünschen würden! Spaß beiseite, ich liebe die Funktion der Bratsche im Quartett: Sie verbindet die beiden extremen Welten der hohen, singenden Violine und des tiefen Bassregisters, gibt rhythmische Impulse und vervollständigt die Harmonien. Ich denke, jedes Instrument verändert den Musiker, und in meinem Fall habe ich die Teamfähigkeit der Bratsche schätzen gelernt.

 

 

Fotos:  Herbert Scheiwiler

Weitere Beiträge