"Da Capo Udo Jürgens" mit Billy Kudjoe Todzo, Percussion

Es gibt diese Momente in einem Konzert, in denen alles in einer Nuance zu verschwimmen scheint:

Udo und Billy 1984, die mit viel Komik „Die Sonne und du“ präsentieren. Udo und Billy 2009, mit einer lässigen Stepptanz-Performance im Medley „Schenk mir noch eine Stunde/Singing in the rain“. Udo und Billy 1987, die gemeinsam bei der „Deinetwegen“-Tour „Jeder so wie er mag“ performen.

Einen solchen Moment, in dem alle diese Erinnerungen in einer einzigen Nuance zu verschwimmen scheinen, erlebt das Publikum auf der aktuellen Tournee „Da Capo Udo Jürgens“ bei Billy Kudjoe Todzos grandiosem Percussion-Solo.

Billy begleitete Udo aber nicht nur als Percussionist, Sänger und Stepptänzer. Er war auch über 30 Jahre hinweg sein treuer Begleiter, persönlicher Assistent, Chauffeur und Freund.

Die Zusammenarbeit von Udo und Billy begann 1982 beim Orchester Pepe Lienhard. Pepe und Billy hatten sich zuvor bei einem Auftritt in Oslo kennengelernt. Pepe erkannte das riesige Talent von Billy sofort und machte ihm, zurück in Zürich, das Angebot, sich seiner Big Band anzuschließen.

Gemeinsam mit dem Orchester Pepe Lienhard begleitete Billy Kudjoe Todzo nicht nur Udo bei allen Tourneen und Auftritten, sondern auch Konzerte mit Weltstars wie Frank Sinatra, Sammy Davis Jr. oder Paul Anka.

"Da Capo Udo Jürgens" mit Kent Stetler, Gesang

Dieses Duett ist unvergessen: „Was ich dir sagen will / The Music Played“, gesungen von Udo Jürgens und Kent Stetler auf der „Es lebe das Laster“-Tournee 2003/2004. Udo war begeistert von dem damals 29-Jährigen kanadischen Sänger und Wahl-Schweizer, den Pepe Lienhard für seine Big Band entdeckt hatte.

 

Seine erste Begegnung mit Musik machte Kent im Kirchenchor, in dem er mit seinem Vater sang. Autodidaktisch brachte er sich das Klavierspielen bei und begann eigene Lieder zu schreiben. In der Highschool spielte er in verschiedenen Bands Saxophon. Nach seinem Schulabschluss wurde Kent Mitglied in der legendären Gruppe „Up With People“ und tourte mit ihnen um die Welt – und kam so erstmals in die Schweiz, genauer gesagt nach Bern, wo er seitdem zuhause ist.

 

An der Berner Swiss Jazz School schrieb er sich zunächst ins Hauptfach Saxophon ein. Richtig glücklich wurde Kent damit allerdings nicht und tauschte das Sax ziemlich schnell gegen seine Stimme ein. Pepe Lienhard entdeckte den jungen Sänger und engagierte ihn direkt von der Jazzschule weg: als Leadsänger seiner Big Band.

Einer der Höhepunkte der „Da Capo Udo Jürgens“-Tournee: Kent Stetler und Dorothea Lorene singen gemeinsam mit Udo auf der großen Leinwand das Medley „Ich war noch niemals in New York“ aus der 2014er Tournee „Mitten im Leben“.

"Da Capo Udo Jürgens" mit Ralf Hesse, Trompete & Flügelhorn

Sein Flügelhornspiel hat Udo geliebt: Ralf Hesse, Trompeter, Flügelhornist, Arrangeur und Komponist.

Seit 2006 gehört der gebürtige Stuttgarter zum Orchester Pepe Lienhard, bis Dezember 2014 tourte er mit Udo Jürgens – und begeisterte bei Udos letzter Konzerttournee mit einem Flügelhorn-Solo voller Virtuosität und Sensibilität. Dieses spezielle Solo spielt Ralf Hesse auch auf der „Da Capo Udo Jürgens“-Tournee für Udo.

Ralf Hesse studierte Jazztrompete in Köln und Komposition/Arrangement in Mannheim. Als Trompeter spielte er unter anderem mit dem Bundesjugend-Jazzorchester, Albert Mangelsdorffs Deutsch-Französischem Jazzensemble, Peter Herbolzheimers RC&B, Bob Brookmeyers New Art Orchestra, dem Orchester Paul Kuhn, der Al-Porcino Bigband sowie den Big Bands der Rundfunkanstalten von WDR, HR, RIAS Berlin oder SWR. Als Komponist und Arrangeur sowie als musikalischer Leiter arbeitete er unter anderem für die Big Bands von NDR, WDR, HR und SWR, für das Montreux Jazz Festival, für Pepe Lienhard und mit dem Orchester Pepe Lienhard natürlich für Udo.

 

Foto. Marc Vorwerk

"Da Capo Udo Jürgens" mit Peter Lübke, Schlagzeug

Man schließt kurz die Augen, und es ist wieder der 7. Dezember 2014. Udo stellte Schlagzeuger Peter Lübke damals nach einem Solo mit den Worten vor: „Peter, du spielst jetzt schon so lang bei mir, seit 33 Jahren – und ich muss wirklich sagen: Du wirst immer besser.“ Es war Udos letztes Konzert, damals im Hallenstadion in Zürich. 
 
Bei der Konzerttournee „Da Capo Udo Jürgens“ sagt Udo, von der großen Videoleinwand hinter dem Orchester, wieder diese Worte: „Peter, du spielst jetzt schon so lang bei mir, seit 33 Jahren – und ich muss wirklich sagen: Du wirst immer besser.“ Man öffnet die Augen, es ist das Jahr 2025 und Schlagzeuger Peter Lübke spielt, mehr als zehn Jahre nach Udos Tod, wieder ein grandioses, bravouröses Solo, das uns alle in die Jetzt-Zeit reißt. Dieses Schlagzeug-Solo zeigt, wie großartig und gekonnt Vergangenheit und Gegenwart bei „Da Capo Udo Jürgens“ miteinander verschmelzen. 
 
Mehr als sein halbes Leben lang hat der Mannheimer Peter Lübke für Udo Jürgens Schlagzeug gespielt. Beide haben sich hoch geschätzt. 1980 stieß Peter zu Pepe Lienhard und seiner Big Band und gilt, zusammen mit Bassist Rolf Dieter „Capo“ Mayer und Percussionist Billy Todzo, als das Herzstück der Rhythmussektion. 1982 folgte die erste große Tournee des Orchesters Pepe Lienhard mit Udo Jürgens. Wer sich die alten Aufnahmen von den Tourneen „Udo Live – Lust am Leben“ und „Udo Hautnah“ ansieht, wird schräg hinter Udos Flügel Peter an den Drums entdecken, mit einem wilden, blonden Lockenkopf. 
 
Wenn Peter nicht mit Udo und dem Orchester Pepe Lienhard unterwegs war, begleitete er bei Auftritten mit Pepes Big Band Weltstars wie Quincy Jones, Al Jarreau oder Mick Hucknall. 
 

"Da Capo Udo Jürgens" mit Dorothea Lorene, Sologesang

Für einen unendlich langen Moment bleibt die Zeit stehen: Dorothea Lorene singt auf der Tournee „Da Capo Udo Jürgens“ gemeinsam mit Udo auf der großen Videoleinwand das Duett „Ich will, ich kann – I can, I will“. Es ist das Duett, das Udo und Dorothea vor etwas mehr als zehn Jahren bei Udos letztem Konzert gemeinsam in Zürich sangen. 

Die Noblesse ihres Auftritts, ihre Souveränität und ein guter Schuss knisternder Appeal machen Dorotheas Auftritte so besonders – und das Leinwand-Duett mit Udo, zehn Jahre nach seinem Tod, so ergreifend schön.

In Alabama, USA, wuchs Dorothea mit Jazz, Blues und Gospel auf. Entdeckt wurde sie im Kirchenchor, ihre ersten großen Erfolge feierte sie in Las Vegas, wo Dorothea mit der Doo-Wop-Gruppe „The Platters“ auf Tournee ging. Von Las Vegas war es schließlich gar kein so großer Sprung mehr in den Friedrichstadt-Palast in Berlin. 2004 engagierte Bandleader Pepe Lienhard Dorothea für seine Bigband. Ein Glücksfall! Von 2006 bis zu Udos letzter Tournee 2014 begleitete Dorothea „Coco“ Lorene auch Udo bei all seinen Konzerten mit Bravour.

„If I Never Sing Another Song“, von Udo Jürgens für Frank Sinatra komponiert und von Sammy Davis Jr. bei jedem seiner Konzerte als große Schlussnummer gesungen, ist nun, von Dorothea Lorene interpretiert,  einer der Höhepunkte der „Da Capo Udo Jürgens“-Konzerte mit dem Orchester Pepe Lienhard.

Pepe Lienhard, Orchesterchef und Freund

 

Von Wolfgang Hofer

 

Die Musikwelt kann froh sein, dass der junge Pepe Lienhard nicht auf den Papa gehört hat. Der wollte unbedingt, dass sein Sohn einen „seriösen“ Beruf ergreift. Doch der Bub hatte nur Ohren für die Musik. Schon mit 12(!) Jahren gründete er ein Dixie­land-Orchester. Für abendliche Auftritte brauchte er eine Bewilligung des Schulrekto­rats. In der Schweiz herrscht Ordnung.

1967 begann Pepe ein Jura-Studium, der Vater war zufrieden. Aber nicht lange. Denn die Musik und die Paragraphen waren zeitlich nicht zu schaffen. Das Studium musste daran glauben, und der junge Musiker machte sich mit dem Pepe-Lienhard-Sextett auf den Erfolgsweg. Bis nach London. Mit dem Titel „Swiss Lady“ eroberten die langhaarigen Musiker dort Rang 6 beim „Grand Prix Eurovision“. Das war 1970.

Udo Jürgens wurde auf die Band aufmerksam und nahm sie mit zu einer Tournee durch die USA und Kanada. Als Pepe schließlich die Bigband aufbaute, beschloss Udo, das Orchester für alle seine Konzerte zu verpflichten. Wenn die Musiker nicht gerade mit Udo unterwegs waren, durften sich auch andere Künstler an der Unterstüt­zung durch Pepe und sein Orchester erfreuen: Frank Sinatra, Sammy Davis jr., Whitney Houston oder Shirley Bassey, um nur wenige zu nennen. Qualität zahlt sich eben aus.

Die Freundschaft zu Udo Jürgens und die Zusammenarbeit dauerten unglaubliche 37 Jahre! Noch am Vorabend von Udos Todestag hatten die beiden zusammengeses­sen. Pepe erzählt: „Ich war mit Udo essen, ganz entspannt und sehr fröhlich. Er hatte einen Monat Urlaub vor sich und wollte sich ausruhen vom ersten Teil der Tour. Er hat mich zum Abschied umarmt und sich bedankt für die Zusammenarbeit. Am nächsten Tag kam ich von einem Spaziergang mit dem Hund nach Hause, als mir meine Frau sagte, wir müssten sofort ins Spital, der Udo sei zusammengebrochen.“

Eine Legende war für immer gegangen. Pepe erinnert sich: „Udo war ein entspannter, wohlerzogener Mensch gewesen. Ein Weltmann, der schöne Frauen, gutes Essen und ein Glas Wein zu schätzen wusste. Am meis­ten aber liebte er die Bühne. Er hatte melancholische Momente im Leben, auf der Bühne hat er das alles vergessen, da war er glücklich.“

Ein Glas Wein lässt sich auch Pepe gerne schmecken, allerdings rot und nicht weiß wie Udo. Da kommt man dann leicht ins Plaudern. Zum Beispiel über das Thema Disziplin. Pepe war immer beeindruckt von Udos akribischer Arbeit, von seiner Pünktlichkeit, wie ernst er seinen Beruf genommen hat. Er sei in dieser Hinsicht genauso gewesen wie Frank Sinatra, den er einmal bei einem Konzert begleiten durfte.

„Ich habe damals Saxofon gespielt und bin etwas früher zur Probe gekommen, um mich warm zu spielen. Da war Sinatra längst da. Vor allen anderen. Das hat mich beeindruckt. Ich dachte damals, der würde erst zum Auftritt persönlich auftauchen. Ich habe mit vielen großen Namen gearbeitet und wenn sie eines gemeinsam haben, dann dass sie die Musik sehr ernst nehmen.“

Ein Lächeln stiehlt sich in Pepes Gesicht.

„Auch Pannen haben Udo nicht aufgehalten. Er wusste immer eine Lösung. Ich kann mich an ein Konzert in Augsburg erinnern, da war in der Halle schlagartig alles dunkel, kein Piep kam aus den Lautsprechern, Stromausfall im ganzen Viertel. Und was macht Udo? Er spielt und singt einfach weiter. Wir Musiker waren quasi überflüssig, unsere Mikros waren ausgefallen, das Mischpult des Toningenieurs ebenso. Also haben wir umgesattelt auf Beleuchter. Damit Udo nicht im Dunkeln sitzt, haben wir unsere Handy-Taschenlampen eingeschaltet und ihn ins Rampenlicht gesetzt. Es war eine grandiose Atmosphäre!“

Es wird Zeit für die letzte Frage, denn morgen ist das nächste Konzert, und Pepe will fit sein.

„Wie erinnerst du dich am liebsten an Udo, den du fast vier Jahrzehnte begleitet hast?“

„Am liebsten so, wie es gerade passiert bei unserer Da Capo Udo Jürgens-Tour. Ich stehe auf der Bühne, begleite mit meinem Orchester seine Lieder und bin unendlich dankbar, dass mir dieser große Künstler sein Vertrauen geschenkt hat. Und alle meine Musiker fühlen genauso. Jeder, der in eines unserer Konzerte kommt, wird spüren, dass wir unser Bestes geben. Unser Bestes für den Besten. Für Udo.“

 

© 2023/25 Wolfgang Hofer

 

Die Geburtstags-Edition "udo 90" mit 90 Singles plus "Als ich fortging"

Am 27. September ist Udos neues Album „udo 90″ erschienen. Die Geburtstags-Edition ist in drei Versionen erhältlich: Neben der Premium-Version mit 90 Singles auf 5 CDs im edlen Ecolbook gibt es auch eine Doppel-CD mit einer Auswahl aus 42 Singles und eine Doppel-LP aus farbigem Vinyl mit 23 Singles. Auf allen Versionen ist natürlich Udos unveröffentlichter Song „Als ich fortging“ als Bonustrack enthalten.
 

Die neue Single „Als ich fortging“ ist erschienen

Es ist ein großes Glück. Am 20. September erschien ein neuer, bislang unveröffentlichter Song von Udo: „Als ich fortging“. Wir sind aufgeregt, begeistert, glücklich und bewegt – und voller Vorfreude auf alles, was nun kommt. Ganz besonders glücklich sind wir, dass wir Curt Cress für die Produktion von „Als ich fortging“ gewinnen konnten. Curt, weltbekannter Schlagzeuger und Produzent, der schon in den Achtzigern für Udo die Drums einspielte, hat den Song, der bislang nur als Rough Mix vorlag, neu arrangiert und produziert. Den Text „Als ich fortging“ schrieb Michael Kunze.
 
„Als ich fortging“ wird natürlich auch auf Udos neuem Album „udo 90“ veröffentlicht, dass am 27. September erscheinen wird, drei Tage vor Udos 90. Geburtstag. Das Album könnt Ihr schon jetzt überall vorbestellen. 

"udo 90" im 5CD-Box-Set

Es ist das Herzstück der „udo 90“ Geburtstags-Edition, die am 27. September erscheint: Die 5CD-Box / Ecolbook mit 90 Singles aus sieben Jahrzehnten, von „Es waren weiße Chrysanthemen“ (1956) bis „Zehn nach elf“ (2014), darunter natürlich alle Superhits. Als Bonus und 91. Single ist der bislang unveröffentlichte Song „Als ich fortging“ enthalten. Ein umfangreiches Booklet mit Erinnerungen der Textdichter an die Entstehung der Songs und Fotos aus dem Privatarchiv von Udo ergänzen die schöne Kollektion. Ein großes Dankeschön an Michael Kunze, Wolfgang Hofer, Oliver Spiecker, Thomas Christen und Uli Heuel für die sehr persönlichen und wunderschönen Texte! 

ARD ehrt Udo Jürgens mit Musik-Show und Dokumentation

Musik ist unsterblich: Udo Jürgens verkaufte weltweit mehr als 105 Millionen Tonträger und komponierte mehr als 1000 Songs. Hits wie „Griechischer Wein“, „Merci Chérie“ oder „Ich war noch niemals in New York“ wurden generationsübergreifend zu Evergreens. Ende Dezember ehrt die ARD den Sänger und Entertainer mit einer großen Musik-Show zur Primetime im Ersten, moderiert von Michelle Hunziker und Sasha. Im Anschluss zeichnet eine neue Dokumentation den Lebensweg von Udo Jürgens mit exklusiven Interviews und bisher unbekannten Perspektiven nach.

 

 

Quelle: BR (Bayerischer Rundfunk)