Udo Jürgens in der Wiener Staatsoper

Großer Mann auf den Wogen des Applaus

01. Juli 2001 - Udo Jürgens gibt an diesem warmen Frühsommertag in der Wiener Staatsoper ein Solokonzert zu Gunsten seiner Stiftung „Ihr von morgen“. Dieses Event wurde auch vom österreichischen Privatsender ATV vollständig mitgeschnitten und wird nach aktuellen Auskünften voraussichtlich am Sylvesterabend dieses Jahres ausgestrahlt werden. Außer in Österreich wird das Konzert auch über die D-Box zu empfangen sein. Selbstverständlich informieren wir rechtzeitig über weitere Details. Man kann sicherlich nicht von einer Übertreibung sprechen, wenn man sagt, dass es eines der wichtigsten Konzerte seiner Karriere war.

Schon im Vorfeld, nachdem Udo das Event im Dezember 2000 nach einem seiner 3 Konzerte in der ausverkauften Wiener Stadthalle bekannt gegeben hatte, machte sich große Vorfreude auf das Ereignis in der Udo Jürgens Fangemeinde breit. Binnen weniger Stunden war das gesamte Kartenkontingent trotz der relativ hohen Eintrittspreise restlos vergriffen. Viele Besucher nutzten das Konzert für ein verlängertes Wochenende in der österreichischen Metropole. Da Soloabende mit Udo Jürgens sehr rar sind, waren sie aus aller Herren Länder gekommen, um ihn an diesem ehrwürdigen Ort erleben zu dürfen.

Gefesselt vom einzigartigen Ambiente der Wiener Staatsoper war nicht nur das Publikum, das merkte man Udo schon an, kurz nachdem er die Bühne unter frenetischem Applaus betreten hatte. Unter „Kennern“ munkelte man im Vorfeld, ob er wohl ein ähnliches Programm, wie zwei Jahre vorher im Wiener Konzerthaus zum Besten geben würde; Jedoch war alleine schon die Eröffnung an die vergangene Tournee angelehnt. „ Was wichtig ist “, diesmal jedoch am schwarzen Bösendorfer Flügel. Was dann nach der Pause folgte, erscheint im nachhinein als schier unglaublich, wenn man nicht selber dabei gewesen war. Sichtlich lockerer und gelöster eröffnete Udo mit „Traumtänzer “ den zweiten Teil; gefolgt von der Vater-Sohn Geschichte „ Hallo ich bin´s “ und einer weiteren „Ohne Maske“ Nummer, „Adler sterben“. Hiermit war nun überhaupt nicht zu rechnen, ein zeitkritischer Titel, der eigentlich damals schon ein wenig überhört wurde und in solistischer Darbietung noch an besonderer Intensität gewann.

Nach dieser dramaturgischen Nummer meinte Udo, er müsse auch unbedingt im Rahmen des ehrwürdigen Opernhauses eine Walzer spielen. Was mochte wohl nun kommen? Doch nicht etwa ein Auszug seines „Helden, Helden“ Musicals oder gar das einstige „Eine Rose für Dich“ von der 70er Tournee? Viel besser, und sogar neu arrangiert „...rettete Udo nach fast 25 Jahren wieder mal einem (?) Mädchen das Leben...“. Nun, „Was es nicht alles so gibt“, fragte sich wohl auch spätestens zu diesem Zeitpunkt der Udo-Kenner. Udo konnte mit der Darbietung dieses 1975er Titels nur gewinnen, so charmant und witzig interpretierte er ihn, als sei es ein ganz neues Lied. Doch damit der Überraschungen nicht genug, Udo setzte noch einiges drauf.

Nach einigen bekannteren Liedern erwartete man auch schon so etwas wie ein Finale, doch jenes lag noch in weiter Ferne. Udo spielte an diesem Abend zwar nur alte Lieder, dennoch waren mindestens zwei ganz neue dabei, denn er hatte sie noch niemals zuvor in einem Konzertprogramm gespielt. Eigentlich ein Jammer, denn es ist nicht übertrieben, wenn man sagt, dass es zwei seiner schönsten sind.„Über die Wichtigkeit einer Liebe wird man sich häufig erst bewusst, wenn sie verloren ist“, so Udo. „ Danke für Dein nein“ heißt der ergreifende Titel vom 84er „Hautnah“ Album. Vielen eingefleischten Udo-Kennern standen spätestens jetzt die Tränen in den Augen. „Vor Jahren haben wir nächtelang in irgendwelchen Lokalen diskutiert und musiziert, vielleicht sogar zuviel und heute ist es so, dass man eigentlich kein Wienerlied mehr schreiben kann, denn die echten Wiener Lieder wurden bereits vor Jahren von Legenden wie Robert Stolz geschrieben. Trotzdem habe ich vor mehr als 20 Jahren versucht eine Hommage an diese Stadt zu schreiben...“ „ “ - wo sich Traum und Leben noch die Hände geben.... Und diese Darbietung war in der Tat ein wahrer Traum. Frenetische Wogen des Applaus´ zwischen zahlreichen Zugaben.

Die 2000 tobenden Menschen in den Logen und vor der Bühne wirken hier in diesem Haus wie die Masse von 20 000 in der Kölnarena. Selbst Udo - sichtlich gerührt und ergriffen hätte diesen Triumph wohl vorher nicht erahnt. Anzumerken sei auch, dass selbst bei diesem „leisen“ Konzert die Bühne gestürmt wurde, und Udo Jürgens trotzdem beste Laune und äußerste Gelassenheit bewahrte. Für manche Konzertbesucher erschien die ungezügelte Fotografierlust einiger weniger Besucher als sehr störend, aber zum Glück hielt sich wenigstens die Presse an die Auflagen des Veranstalters und störte so den Programmablauf nicht.

So manch einer wünschte sich wohl auch in diesen Störmomenten, dass auch diese letzten Fans begriffen, dass dieser Ausnahmekünstler ein einmaliges Geschenk des Himmels ist und als solcher gewürdigt gehört. Hier zählte nicht nur dabei sein, sondern bewusstes Erleben von Emotionen, Spannung zwischen Text und Ton in einem unbeschreiblichen Ambiente eines historischen Hauses in einer traumhaften Stadt, die sich einen Udo Jürgens verdient hat. Extra von Sohn John gewünscht, durfte man dann die zweite Welturaufführung erleben; „Engel am Morgen“, wie schade wäre es gewesen, wenn die Perle künstlerischen Schaffens für immer in der Schublade liegen geblieben wäre. „Nehmt alles mit, Ihr geht, gleich wird die Bühne abgebaut, doch lasst mir mein Klavier...“

Zugaben über Zugaben, so etwas hatte der jüngere Udo Jürgens Konzertbesucher überhaupt noch nie erlebt. Zum Schluss nach endlosen Ovationen eine jazzige Nummer aus Udos Studienzeit; „That lucky old sun“ war mit so viel Soul und Herzblut wohl überhaupt noch nie zu hören. 160 Minuten verflogen wie im Fluge. Vielleicht klingen diese Sternstunden in Udo noch genau so lange nach wie in uns und man darf sich auf eine Fortsetzung dieser Konzerte freuen!?

Was ihm wirklich wichtig ist, ist auch seine Stiftung „Ihr von morgen“, die sich zum Ziel gesetzt hat bedürftige Kinder ohne Bezugsperson und Nachwuchskünstler zu unterstützen und zu fördern. Das Programm des ersten Teils bestand zur Hälfte aus Liedern der vergangenen Tournee, die allerdings mit reiner Pianobegleitung viel intensiver wirkten. Als große Überraschung, gleich zu Anfang eine echte Perle, die bislang satte 11 Jahre seit der letzten Aufführung in der Schublade gelegen hatte. „Du kannst den Sänger in Ketten legen, aber niemals sein Lied“; wohl fast schon eine Lebensphilosophie, die heute, in Zeiten, in denen der Drang nach Freiheit immer stärker wird, sicher aktueller denn je erscheint.

Überhaupt bestand ein großer Teil dieses Programms aus Liedern der späten 80er Jahre. So auch „Hast Du heute schon gelebt“, „Thema in Blau“, gekoppelt mit dem dramaturgischen „Glut & Eis“. Bei jenen Liedern kam dann auch Violinvirtuose Christian Fink zum Einsatz. Da die Oper aufgrund von Platzmangel derart überfüllt war, wurden auch auf der Bühne links und rechts neben dem Piano zusätzliche Sitzplätze aufgebaut. Jene glücklichen Gäste, die einen solchen Platz erworben hatten wurden kurz vor der Pause zu den „Fischer-Chören“ umfunktioniert. In Stereoeffekt sang das ganze Opernhaus zur „Straße der Vergessenheit“. Bevor Udo noch kurz vor der Pause seine Klassik-Pop Protestnummer “ Gehet hin und vermehret Euch“ zum Besten gab, begrüßte und würdigte er noch das Lebenswerk eines im Publikum versteckten und extra von weit angereisten Ehrengasts, Intendant Marcel Prawy.

Überwältigt von Emotionen ging man nun in eine kurze Pause. Beim VIP-Empfang wurden neben Udos Kindern Jenny mit Ehemann Thomas Druyen, John, Sonja und Gloria auch Udos Management und die österreichische Vertretung seiner Plattenfirma BMG-Ariola gesichtet. Was dann nach der Pause folgte, erscheint im nachhinein als schier unglaublich, wenn man nicht selber dabei gewesen war. Sichtlich lockerer und gelöster eröffnete Udo mit „Traumtänzer “ den zweiten Teil; gefolgt von der Vater-Sohn Geschichte „Hallo ich bin´s “ und einer weiteren „Ohne Maske“ Nummer, „Adler sterben“. Hiermit war nun überhaupt nicht zu rechnen, ein zeitkritischer Titel, der eigentlich damals schon ein wenig überhört wurde und in solistischer Darbietung noch an besonderer Intensität gewann. Nach dieser dramaturgischen Nummer meinte Udo, er müsse auch unbedingt im Rahmen des ehrwürdigen Opernhauses eine Walzer spielen. Was mochte wohl nun kommen? Doch nicht etwa ein Auszug seines „Helden, Helden“ Musicals oder gar das einstige „Eine Rose für Dich“ von der 70er Tournee? Viel besser, und sogar neu arrangiert „...rettete Udo nach fast 25 Jahren wieder mal einem (?) Mädchen das Leben...“. Nun, „Was es nicht alles so gibt“, fragte sich wohl auch spätestens zu diesem Zeitpunkt der Udo-Kenner. Udo konnte mit der Darbietung dieses 1975er Titels nur gewinnen, so charmant und witzig interpretierte er ihn, als sei es ein ganz neues Lied.

Doch damit der Überraschungen nicht genug, Udo setzte noch einiges drauf. Nach einigen bekannteren Liedern erwartete man auch schon so etwas wie ein Finale, doch jenes lag noch in weiter Ferne. Udo spielte an diesem Abend zwar nur alte Lieder, dennoch waren mindestens zwei ganz neue dabei, denn er hatte sie noch niemals zuvor in einem Konzertprogramm gespielt. Eigentlich ein Jammer, denn es ist nicht übertrieben, wenn man sagt, dass es zwei seiner schönsten sind.Über die Wichtigkeit einer Liebe wird man sich häufig erst bewusst, wenn sie verloren ist“, so Udo. „Danke für Dein nein“ heißt der ergreifende Titel vom 84er „Hautnah“ Album. Vielen eingefleischten Udo-Kennern standen spätestens jetzt die Tränen in den Augen. „Vor Jahren haben wir nächtelang in irgendwelchen Lokalen diskutiert und musiziert, vielleicht sogar zuviel und heute ist es so, dass man eigentlich kein Wienerlied mehr schreiben kann, denn die echten Wiener Lieder wurden bereits vor Jahren von Legenden wie Robert Stolz geschrieben. Trotzdem habe ich vor mehr als 20 Jahren versucht eine Hommage an diese Stadt zu schreiben...“ „Wien“ - wo sich Traum und Leben noch die Hände geben.... Und diese Darbietung war in der Tat ein wahrer Traum. Frenetische Wogen des Applaus´ zwischen zahlreichen Zugaben. Die 2000 tobenden Menschen in den Logen und vor der Bühne wirken hier in diesem Haus wie die Masse von 20 000 in der Kölnarena. S

Selbst Udo - sichtlich gerührt und ergriffen hätte diesen Triumph wohl vorher nicht erahnt. Anzumerken sei auch, dass selbst bei diesem „leisen“ Konzert die Bühne gestürmt wurde, und Udo Jürgens trotzdem beste Laune und äußerste Gelassenheit bewahrte. Für manche Konzertbesucher erschien die ungezügelte Fotografierlust einiger weniger Besucher als sehr störend, aber zum Glück hielt sich wenigstens die Presse an die Auflagen des Veranstalters und störte so den Programmablauf nicht. So manch einer wünschte sich wohl auch in diesen Störmomenten, dass auch diese letzten Fans begriffen, dass dieser Ausnahmekünstler ein einmaliges Geschenk des Himmels ist und als solcher gewürdigt gehört. Hier zählte nicht nur dabei sein, sondern bewusstes Erleben von Emotionen, Spannung zwischen Text und Ton in einem unbeschreiblichen Ambiente eines historischen Hauses in einer traumhaften Stadt, die sich einen Udo Jürgens verdient hat. Extra von Sohn John gewünscht, durfte man dann die zweite Welturaufführung erleben; „Engel am Morgen „, wie schade wäre es gewesen, wenn die Perle künstlerischen Schaffens für immer in der Schublade liegen geblieben wäre. „Nehmt alles mit, Ihr geht, gleich wird die Bühne abgebaut, doch lasst mir mein Klavier...“ Zugaben über Zugaben, so etwas hatte der jüngere Udo Jürgens Konzertbesucher überhaupt noch nie erlebt. Zum Schluss nach endlosen Ovationen eine jazzige Nummer aus Udos Studienzeit; „That lucky old sun“ war mit so viel Soul und Herzblut wohl überhaupt noch nie zu hören. 160 Minuten verflogen wie im Fluge. Vielleicht klingen diese Sternstunden in Udo noch genau so lange nach wie in uns und man darf sich auf eine Fortsetzung dieser Konzerte freuen!?

Dominik Beckmann

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