Art on Ice - Tour '98

Die Idee, Livemusik und Eistanz in einer Show zu verschmelzen, entstand 1995. Nach der letztjährigen, umjubelten Deutschland-Premiere in Oberhausen, wird die grandiose Eiskunstlaufshow 1998 in Deutschland gleich vier mal zu sehen sein. Als besonderer Leckerbissen werden internationale Topstars wie Tanja Szewczenko, Denise Biellmann, Mandy Wötzel/Ingo Steuer und nicht zuletzt der elffache Schweizer Eiskunstlaufmeister Oliver Höner zu den Klängen von Udo Jürgens und dem Pepe Lienhard Orchester über das Eis wirbeln. Udo wird mit seinem ca. 30 Minuten dauernden Live-Special das Finale der abendfüllenden Show bilden. Unter anderem wird er Titel wie „Wings Of Love“, „Glut und Eis“ und ein Hitmedley intonieren. Neben Udo werden weitere musikalische Überraschungsgäste mit Sicherheit nicht nur das Eis unter den Kufen der LäuferInnen zum schmelzen bringen.

 

Udos Kommentar zu diesem großartigen Ereignis: „Ich habe 1991 die Fanfare und den offiziellen Song ‚Wings Of Love‘ zur Eiskunst-WM in München geschrieben, die ich zusammen mit Pepe Lienhard mit einem kurzen Livekonzert eröffnen durfte. Das hat mich sehr beeindruckt. Zwar ist die Verbindung von Sport und Musik für mich schon immer faszinierend gewesen, aber die Begegung mit Sport, der sich selbst tänzerisch und anmutig gibt, stellt für mich geradezu eine Herausforderung dar. Natürlich ist dieser Auftritt etwas anderes als ein Solokonzert von mir. Ich muss mich mehr zurücknehmen zu Gunsten der Eisläufer/innen. Aber gerade das ist es, was mich künstlerisch reizt und was mir eine andere Farbe in die große Palette meiner vielen Tätigkeiten gibt.“

Die Eislaufstars:

  • Mandy Wötzel/Ingo Steuer (Bronzemedaille Olympiade 98, WM/EM-Meister)
  • Tanja Szewczenko (Deutsche Meisterin)
  • Susanna Rahkamo/Petri Kokko (Europameister/Silbermedaille WM)
  • Philippe Candeloro (Silbermedaille Olympiade 98)
  • Denise Biellmann (WM-Titel)
  • Marina Anissina/Gwendal Peizerata (Bronzemedaille Olympiade 98 im Eistanz) Elena Leonova/Andrej Khvalko

 

...und viele andere mehr.

 Am Samstag, den 19. Dezember 1998, war es endlich soweit: Der Auftakt der "Mövenpick Art on Ice"-Tour mit dem Gaststar Udo Jürgens fand in Europas größter freitragender Messehalle, der Messehalle 2 in Hannover, statt. Etwa 10.000 Besucher hatten den Weg in diese Halle gefunden, die für die Premiere eigens mit einer riesigen Eisfläche ausgestattet worden war. Bereits im Vorfeld war bekannt geworden, daß die musikalische Begleitung der Eiskunstläufer für Udo Jürgens und das Orchester Pepe Lienhard eine besondere Freude und Herausforderung sei. Im Programmablauf war zu lesen, daß Udo Jürgens das Finale der Show bestreiten würde.

So mußten sich also alle Besucher, die auf den Gaststar warteten, etwas gedulden. Die Wartezeit auf das Finale wurde dem Publikum allerdings auf sehr angenehme Weise verkürzt: Die Show bestand eigentlich nur aus Höhepunkten und die Stars auf dem Eis, welches mit diversen Lichteffekten in fantastische Farben getaucht wurde, boten sportliche bzw. akrobatische Höchstleistungen. Bereits im ersten Teil von "Art on Ice" gelang es den Eisläufern, das Publikum zu begeistern und auch der Teil der Zuschauer, die eigentlich 'nur' wegen Udo Jürgens gekommen waren, wurden von den Darbietungen auf dem Eis mitgerissen. Das Orchester Pepe Lienhard hatte bereits im ersten Teil von "Art on Ice" einen kurzen Auftritt gehabt. Leichte Unruhe kam im Publikum auf, als die Musiker erneut die Bühne bezogen, während Alexej Bessedin & Vladimir Polishshuk noch ihre Künste auf der Eisfläche präsentierten.

Anschließend leitete der Showgestalter Oliver Höner den bevorstehenden Auftritt von Udo Jürgens mit einer kurzen Ansprache ein. Er erzählte, daß Udo Jürgens fast alle Lieder, die er an diesem Abend vortrug, teilweise neu und damit passend zur Show arrangiert hätte. Bereits bei den Proben las Udo den begeisterten Eisläufern ihre musikalischen Wünsche buchstäblich von den Lippen ab. Tosender Beifall erfüllte die Messehalle, als das Orchester das typische "Opening" spielte und kurz darauf Udo Jürgens die Eisfläche betrat. Sein Flügel stand auf einer rutschfesten, mit elektrischen Lichtern verzierten Unterlage, von der aus Udo Jürgens das Publikum begrüßte und sich sichtlich sehr über seine Aufgabe, die Eisläufer musikalisch zu begleiten, freute.

"Eis zu Feuer" wurde dann als erstes Lied gespielt, zu dem Elena Leonova & Andrej Khvalko eine sehr gelungene Kür präsentierten. Die eindrucksvollen Lichter, die von der Hallendecke auf die Eisfläche strahlten, unterstrichen diese Nummer sehr passend. Anschließend erschien Oliver Höner mit Schlittschuhen und ganz in weiß gekleidet bei Udo am Flügel. Er stellte ein Glas und eine Flasche Champagner auf den beleuchteten Flügel. Eingefleischte Udo-Fans konnten nun natürlich schon ahnen, daß als nächstes "Champagner regnet vom Himmel" folgen würde. Dem war auch so und Oliver Höner öffnete während seiner Eisnummer auch gekonnt die Flasche, aus der schäumender Champagner auf die Eisfläche 'regnete'. Jetzt folgte das Lied "5 Minuten vor 12", allerdings ohne den gewohnten, eindringlichen Text: Udo Jürgens und das Orchester Pepe Lienhard präsentierten dieses Lied in einer Instrumentalfassung, zu dem auf der Eisfläche wieder eine grandiose Kür geboten wurde.

Während seines gesamten Auftritts hatte Udo Jürgens fast ständigen Blickkontakt zu den Eisläufern, konnte so also auf seine Musik gekonnt einwirken, damit der Eiskunstlauf mit seinen Tönen zu einer nahezu perfekten Vorstellung verschmolz. Die nächste Moderation übernahm nun Udo Jürgens selber, da Oliver Höner sich noch von seiner Eislaufnummer verschnaufen mußte. So sagte Udo nun seinen Titel "Mein größter Wunsch" an, zu dem Denise Biellmann ihre Runden auf dem Eis drehen sollte. Zuvor sollte jedoch von Udo noch ein zusätzlicher Leckerbissen präsentiert werden und er brachte als nächstes, sehr zur Freude des Publikums, seinen Hit "Ich war noch niemals in New York". Bei diesem Lied, auch die schwarze Sängerin Bonita war wieder mit von der Partie, konnten sich alle Zuschauer voll auf Udo Jürgens konzentrieren, denn die Eisfläche blieb während dieser Nummer leer.

Wie auch schon bei einigen anderen Auftritten von Udo Jürgens in diesem Jahr, wurde dieser Hit voll ausgespielt und mit Elementen aus dem Sinatra-Song "New York, New York" vermischt. Anschließend folgte dann das bereits angekündigte Lied "Mein größter Wunsch", dargeboten mit einer passenden und beeindruckenden Kür auf dem Eis. Mandy Wötzel & Ingo Steuer folgten dann mit ihrer Darbietung zu einem Mix aus "Glut & Eis" und dem "Thema in Blau". Im Anschluß darauf, das Publikum war von den Darbietungen und Udo's Musik begeistert, wurde das Lied "Spiel Zigan, spiel" vorgetragen. Auf der Bühne hatte nun, neben dem Orchester, der Geiger Christian Fink eine hervorhebende Rolle - lebt dieses Lied doch von seinem eindringlichen, immer schneller werdenden Geigenspiel. Zu diesem Lied präsentierte die dunkelhäutige Surya Bonaly eine energische und akrobatische Show, bei der auch ihr legendärer Rückwärtssalto nicht fehlte.

Während des nächsten Songs sollte die Unterlage, auf der sich Udo mit dem Flügel befand, auf die Eisfläche gezogen werden. Inzwischen war diese Unterlage jedoch auf dem Eis festgefroren. Während sich die vier, dafür vorgesehenden, Eisläuferinnen bemühten, den Flügel doch noch auf das Eis zu ziehen, entschuldigte sich Udo bereits für die kleine Panne: "Das ist eben heute eine Premiere!". Schließlich löste sich die Unterlage vom Eis und Udo wurde, wie geplant, mit seinem Flügel auf das Eis gezogen. "Wer nie verliert, hat den Sieg nicht verdient" folgte als Einleitung zum Finale. Auch hierbei liefen die Künstler auf dem Eis um Udo samt Flügel herum. Für das Finale, das anschließend folgte, versammelten sich alle Eisläufer des heutigen Abends nochmals auf der Eisfläche. "Aber bitte mit Sahne" wurde dem inzwischen stehendem, teilweise mittanzendem, Publikum nun zu Gehör gebracht. Immer wieder wurden Blumen auf die Eisfläche geworfen. Es folgte "Ein ehrenwertes Haus", während sich die Eisläufer bereits winkend von den Zuschauern verabschiedeten. Das Publikum forderte, angeheizt durch den Moderator Oliver Höner, lautstark eine Zugabe. Nach kurzer Absprache mit dem Orchester gab es dann noch "Griechischer Wein" und "Mit 66 Jahren". Auch hierbei liefen die Eisläufer ihre Runden und winkten dem begeisterten Publikum zu, das sich nun auch teilweise direkt an der Eisfläche befand.

Schließlich nahmen Alexej Bessedin & Vladimir Polishuk Udo Jürgens in ihre Mitte, hoben ihn hoch und fuhren mit ihm zusammen auf das Eis hinaus... Nach dieser gelungenen "Art on Ice"-Show folgte im V.I.P.-Bereich noch eine abschließende Premierefeier. Hierfür wurden mehrere mit brennenden Wunderkerzen verzierte Eistorten hereingetragen, die Eisläufer, Musiker und Veranstalter waren anwesend. Auf einer kleinen Bühne stehend, erklärte Udo Jürgens den Anwesenden (auch die Presse und das Fernsehen war zahlreich vertreten), daß er nicht in den Vordergrund gedrängt werden möchte. Die eigentlichen Stars seien die Eisläufer, er selbst 'nur' ein dienender Musiker. Schließlich gab Udo noch diverse Interviews und Autogramme, trank ein Bier und ließ sich bereitwillig mit verschiedenen Personen fotografieren. Dabei ließ er nebenbei verlauten, daß um seine Augenoperation von der Presse viel zu viel Wirbel gemacht wurde. Es war keine große Sache gewesen und alles sei gut verlaufen.

Stefan Becker
Hannover, 19. Dezember 1998


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