Im Gespräch mit Hornist Flávio Barbosa

Fans von Udo und dem Orchester Pepe Lienhard können sich freuen: Die Tournee „Da Capo Udo Jürgens“ wird im Januar/Februar 2026 mit 15 Konzerten in Deutschland und Österreich fortgesetzt. Auf dem Tourplan stehen unter anderem Berlin, Hannover, Rostock, Dortmund, Stuttgart und Wien. Das Erfolgsgeheimnis von „Da Capo Udo Jürgens“? Zwischen Udo auf der riesigen Videoleinwand und dem fantastisch aufspielenden Orchester Pepe Lienhard, das live auf der Bühne vor der Videoleinwand spielt, verschwimmen Vergangenheit und Gegenwart, Traum und Wirklichkeit. 

In unserer neuen Interview-Serie stellen wir Euch die „Da Capo“-Mitglieder des Orchesters Pepe Lienhard vor: Die Serie geht weiter mit Flávio Barbosa, für den „Da Capo Udo Jürgens“ eine echte Premiere war. Denn für „Da Capo Udo Jürgens“ spielt der preisgekrönte Hornist zum allerersten Mal für das Orchester Pepe Lienhard – und für Udo. Im Gespräch verrät uns Flávio, wie Pepe ihn entdeckte, warum YouTube bei der Vorbereitung auf die Konzerte half und was er an Portugal so sehr liebt.

Du hast nie zuvor mit Udo Jürgens und dem Orchester Pepe Lienhard oder der Pepe Lienhard Big Band zusammengespielt. Wie war dieses erste Mal mit dem Orchester und Udo auf der großen Videoleinwand für Dich?

Es war natürlich etwas Besonderes, das erste Mal mit dem Orchester von Pepe Lienhard zu spielen. Die Professionalität und der Sound der Band sind beeindruckend. Auch wenn Udo nur auf der Videoleinwand präsent war, hat es sich live sehr authentisch angefühlt. Für mich war es eine spannende musikalische Aufgabe, mich in dieses große Gesamtbild einzufügen.

Wie wurde Pepe auf Dich aufmerksam?

Ich habe Pepe im Theater Rigiblick in Zürich kennengelernt. Wir haben gemeinsam einer Produktion mit Musik von Morricone gespielt. Dort hatten wir die Gelegenheit, miteinander zu musizieren und uns besser kennenzulernen.

Es heißt, wer Horn spiele, brauche gute Nerven. Als Hornist habe man das Potenzial, ein Konzert mit einem einzigen Ton zu ruinieren. Stimmt das?

Ja, da ist tatsächlich etwas Wahres dran. Das Horn ist ein wunderbares, aber auch sensibles Instrument. Die Töne liegen sehr nah beieinander, und schon kleine Ungenauigkeiten in der Lippenspannung oder im Ansatz können dazu führen, dass ein falscher Ton ertönt. Deshalb braucht man als Hornist gute Nerven und Konzentration – vor allem in heiklen Momenten im Konzert. Aber genau das macht den Reiz aus: diese Mischung aus Risiko und Klangschönheit. Und mit Erfahrung lernt man, auch mit diesem Druck umzugehen.

Ich kann mir gut vorstellen, dass Udo genau das an Portugal geschätzt hat.

Flavio Barbosa

Hast Du Dir vor der Tournee alte YouTube-Videos von Udo angesehen, als „Vorbereitung“ auf die „Da Capo“-Tour?

Ja, ich habe mir Videos angeschaut, um zu sehen, wie die Songs live gespielt wurden. Das hilft, sich musikalisch vorzubereiten und den richtigen Sound zu treffen.

Du bist in Matosinhos, Portugal, geboren. Udo liebte Portugal, verbrachte viel Zeit in seinem Haus an der Algarve. Ihr hättet Euch sicher gut verstanden. Was denkst Du, hätte Euch Portugal verbunden?

Ich habe auch eine große Leidenschaft für die  Algarve. Für mich ist das eine der schönsten Küstenregionen der Welt – die Strände, das Meer, das Licht. Außerdem bin ich stolz auf meine portugiesische Kultur, vor allem, was Essen, Wein und diese besondere Lebensart angeht. Ich kann mir gut vorstellen, dass Udo genau das an Portugal geschätzt hat. In diesem Punkt hätten wir uns sicher verstanden.

 

Fotos der Interview-Reihe: Herbert Scheiwiler, Regula Marti, Marc Vorwerk

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