Im Gespräch mit Posaunist Edgar Schmid

Fans von Udo und dem Orchester Pepe Lienhard können sich freuen: Die Tournee „Da Capo Udo Jürgens“ wird im Januar/Februar 2026 mit 15 Konzerten in Deutschland und Österreich fortgesetzt. Auf dem Tourplan stehen unter anderem Berlin, Hannover, Rostock, Dortmund, Stuttgart und Wien. Das Erfolgsgeheimnis von „Da Capo Udo Jürgens“? Zwischen Udo auf der riesigen Videoleinwand und dem fantastisch aufspielenden Orchester Pepe Lienhard, das live auf der Bühne vor der Videoleinwand spielt, verschwimmen Vergangenheit und Gegenwart, Traum und Wirklichkeit.

In unserer neuen Interview-Serie stellen wir Euch die „Da Capo“-Mitglieder des Orchesters Pepe Lienhard vor: Weiter geht es mit dem Schweizer Posaunisten Edgar Schmid, der seit 1992 im Orchester Pepe Lienhard spielt und zwischen 1992 und 2014 alle Tourneen von Udo Jürgens begleitet hat. Mit Edgar sprachen wir über die Unmöglichkeit wackliger Premieren-Knie, einen ganz besonderen Telefonanruf von Pepe Lienhard und das unvergessliche Erlebnis, mit Udo vor über 200.000 Menschen zu spielen.

Edgar, Du hast Udo Jürgens über zwei Jahrzehnte als Posaunist begleitet. Mit welchem Gefühl bist Du 2024 auf die „Da Capo Udo Jürgens“-Tournee gegangen? 

Mit einer riesigen Vorfreude. Endlich wieder mit diesem tollen Orchester und dieser tollen Musik auf Tour!

Du spielst bei „Da Capo Udo Jürgens“ das Posaunen-Solo, das Du auch 2014 auf Udos letzter Tournee „Mitten im Leben“ gespielt hast. Bist Du bei der Premiere von „Da Capo“ in Berlin mit wackligen Knien nach vorne auf die Bühne gegangen, Udo überlebensgroß hinter Dir auf der Videoleinwand?

Hätte ich beim ersten Konzert der Da Capo Tour wacklige Beine gehabt, dann wäre ich nicht gut vorbereitet gewesen. Und das geht gar nicht. Natürlich, am ersten Konzert ist man immer etwas angespannt und hofft, dass alles gut geht und beim Publikum gut ankommt.

Endlich wieder mit diesem tollen Orchester und dieser tollen Musik auf Tour!

Edgar Schmid

Als Pepe Dich in den achtziger Jahren das erste Mal spielen hörte, erkannte er sofort Dein riesiges Talent und riet Dir zu einem Studium an einer Jazzhochschule. Hast Du Dich nach dem Ende Deines Studiums sofort bei Pepe zurückgemeldet?

Vielleicht macht man das heute so, dass man sich über die sozialen Medien oder per Email quasi bewirbt. Aber damals wäre das bei Pepe sicher nicht gut angekommen, wenn ich da angerufen hätte. Man stelle sich vor, jeder Musiker hätte bei Bedarf Pepe angerufen! Da macht man sich eher nicht so beliebt. Auch bei den Musikern, welche momentan den Job inne haben. Nein – Pepes damaliger Posaunist hatte eine feste Anstellung bei einem Musical bekommen und gekündigt. Somit bin ich bei Pepe wohl noch in guter Erinnerung gewesen, dass er mich angerufen hat (lacht).

Vor über 200.000 Besuchern zu spielen – das war unglaublich!

Edgar Schmid

Du gehörst dem Orchester Pepe Lienhard seit 1992 an. Seitdem hast Du auch alle Tourneen von Udo begleitet. Das ist eine wahnsinnig lange Zeit zusammen auf und neben der Bühne. Was hat diese Zusammenarbeit so besonders gemacht, was macht sie heute noch so besonders?

Das wirklich besondere an diesem Orchester ist, dass es über die vielen Jahre immer mehr zusammengewachsen ist. Der Stamm der Band ist schon seit einer Ewigkeit dabei. Fast jeder Musiker und jede Musikerin kennt Udos Musik und die Live-Arrangements bestens und weiss genau, was er oder sie zu tun hat. Somit ist das Orchester, meiner Meinung nach, über die vielen Jahre auch immer besser und perfekter geworden. Eine unglaubliche Qualität, die da komplett Live von der Bühne rüberkommt. Und das merkt und schätzt an jedem Konzert auch unser Publikum.

Gibt es eine ganz besondere Erinnerung aus dieser Zeit an Udo, die Du uns erzählen magst?

1992 fand die Open Air Symphony – Tour statt. Ein Riesending zusammen mit dem damaligen Rundfunkorchester und Jugendchor des Hessischen Rundfunks. Ein Konzert dieser Tournee war in Wien auf der Donauinsel. Vor über 200.000 Besuchern zu spielen – das war unglaublich!

 

Fotos der Interview-Reihe: Herbert Scheiwiler, Regula Marti, Marc Vorwerk

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