Im Gespräch mit Saxophonist Jörg Sandmeier

Fans von Udo und dem Orchester Pepe Lienhard können sich freuen: Die Tournee „Da Capo Udo Jürgens“ wird im Januar/Februar 2026 mit 15 Konzerten in Deutschland und Österreich fortgesetzt. Auf dem Tourplan stehen unter anderem Berlin, Hannover, Rostock, Dortmund, Stuttgart und Wien. Das Erfolgsgeheimnis von „Da Capo Udo Jürgens“? Zwischen Udo auf der riesigen Videoleinwand und dem fantastisch aufspielenden Orchester Pepe Lienhard, das live auf der Bühne vor der Videoleinwand spielt, verschwimmen Vergangenheit und Gegenwart, Traum und Wirklichkeit.

In unserer Interview-Serie stellen wir Euch die „Da Capo“-Mitglieder des Orchesters Pepe Lienhard vor: Saxophonist Jörg Sandmeier spielt seit 2001 im Orchester Pepe Lienhard und begleitete bis 2014 alle Tourneen von Udo Jürgens. Jörg erzählt uns im Gespräch von den Standing Ovations, die Udo bekam, bevor er überhaupt einen einzigen Ton gesungen hatte, dem speziellen Pepe-Lienhard-Sound und was er an seiner Wahnheimat Montreal so sehr schätzt.

Jörg, Du spielst seit 2001 im Orchester Pepe Lienhard und hast bis 2014 alle Tourneen von Udo Jürgens begleitet. Welche Erinnerungen gehen Dir als erstes durch den Kopf, wenn Du an Udo und die gemeinsamen Konzerte zurückdenkst?

Einmalig für mich waren sicherlich die vielen Auftritte in den grossen Hallen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Der Traum eines jeden Musikers! Und beeindruckt hat mich auch immer wieder, welche Ausstrahlung Udo auf das Publikum hatte. Er konnte ja jeweils zu Beginn eines Konzerts auf die Bühne rausgehen und die Leute sind sofort aufgestanden und haben ihm applaudiert. Eine Standing Ovation also, bevor er überhaupt einen einzigen Ton gesungen hatte! Das hatte ich so in dieser Form noch nie – und auch nie wieder – erlebt.

Eine Standing Ovation also, bevor er überhaupt einen einzigen Ton gesungen hatte!

Jörg Sandmeier

Diese Konzerte hatten immer einen ganz speziellen, sehr besonderen Live-Sound, den „Udo-Jürgens-mit-dem-Orchester-Pepe-Lienhard“-Sound. Die Intros ins Konzert, die Reprisen, die Live- Arrangements der Songs. Was macht diesen speziellen Udo-Jürgens-Pepe-Lienhard-Live-Sound aus?

Was die musikalische Seite solcher Konzerte anbelangt, wurde im Voraus alles bis ins kleinste Detail durchdacht und geplant. Da wurde sowohl von Udo Jürgens wie auch Pepe Lienhard nichts dem Zufall überlassen. Und diese Live-Arrangements klangen natürlich in erster Linie deshalb so gut, weil sie von den besten Arrangeuren dem Orchester quasi auf den Leib geschrieben wurden. Kommt dazu, dass das Orchester Pepe Lienhard seit vielen Jahren in der praktisch gleichen Besetzung auftritt und deshalb so aufeinander eingespielt ist und präzise spielt, dass ein solcher Sound überhaupt erst möglich wird.

Udo hat Euch in den Konzerten viel Freiraum für Soli gegeben … 

Ja, das stimmt. Zu Beginn, als ich neu in die Band kam, war es vielleicht noch etwas seltener der Fall, aber dann später hat fast jede/r Musiker/in des Orchesters während der Konzerte einen Spot bekommen, wo er/sie sich solistisch in Szene setzen konnte. Das war für uns Musiker natürlich grossartig und besonders!

Das war für uns Musiker natürlich grossartig und besonders!

Jörg Sandmeier

Du bist Schweizer, lebst in Montreal, Kanada, und hast jetzt immer eine etwas längere Anreise zu den Konzerten. Was gefällt Dir so an Montreal?

Für mich ist es ganz klar dieser Mix aus nordamerikanischer und europäischer Kultur. In Montreal wird sowohl französisch wie auch englisch gesprochen und die Leute hier drüben sind sehr offen, umgänglich und daran interessiert, neue Kontakte zu knüpfen. Das hat es für mich natürlich einfacher gemacht, die letzten Jahre über hier mein Netzwerk aufzubauen. Zudem ist Montreal so etwas wie die «Kultur-Hauptstadt» Kanadas. Es gibt eine tolle Musikszene mit vielen guten Musikern und Kunst im Allgemeinen wird hier sehr geschätzt und unterstützt.

Udos Pünktlichkeit, auch bei den Soundchecks, war legendär. Bist Du jemals zu spät zu einem Soundcheck gekommen?

Da kann ich mit gutem Wissen sagen, dass das bei mir nie der Fall war. Dass ich von Natur aus ein eher pünktlicher Mensch bin, hat mir da sicherlich geholfen. Ich muss dabei aber auch erwähnen, dass das gesamte Orchester von Pepe Lienhard äusserst pünktlich ist und zuspätkommen bei Produktionen, bei denen so viele Leute involviert sind, einfach nicht drinliegt.

 

Fotos der Interview-Reihe: Herbert Scheiwiler, Regula Marti, Marc Vorwerk

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